Abrocken ohne Zecken: Auf in die Festivalsaison!

Kleine Größe, dunkle Farbe, Heißhunger auf Blut. Über Zecken ist bereits einiges bekannt. Was viele aber nicht wissen: Die Spinnentiere sind echte Musikfans, denn auch Festivals lassen sie sich nicht entgehen. Also aufgepasst, Musikfans!

Zecken unerwünscht! Wer die Festivalzeit unbeschwert genießen will, sollte vorsorgen. Hinsichtlich der möglichen Ansteckung mit dem FSME-Virus zählen insbesondere weite Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und das südöstliche Thüringen zu den Risikogebieten.

Hinsichtlich der Musik sind Zecken nicht gerade wählerisch. Ob Rock, Pop, House oder auch Techno: Alles ist erlaubt, Hauptsache, die Atmosphäre stimmt. Die beinhaltet auf Festivals meist laute Musik, hunderte, im Sommer oft leicht bekleidete Festivalbesucher und dem für Zecken wichtigsten Punkt: Natur pur. Denn die Spinnentiere sind Freiluftliebhaber. „Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Schildzecke lebt im Freien, vorzugsweise an Waldrändern, in Gärten, an Lichtungen oder an Bächen“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. Insbesondere bei Festivals, die mitten im Grünen stattfinden heißt es daher: Achtung vor den Spinnentieren und ihren Mitbringseln!

Dutzende von Krankheitserregern im Gepäck

Trotz ihrer geringen Größe sollte man die Parasiten besser nicht unterschätzen. Zecken können über 50 verschiedene Krankheitserreger mit sich tragen, die sie während des Blutsaugens an die Opfer übertragen können. Dazu zählen auch Borreliose-Bakterien sowie das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann.

Leichte Bekleidung, leichte Beute

Beim Durchstreifen der Natur können Menschen schnell zu einem Kletterziel der Zecke werden. Aber auch das bloße Abstreifen reicht schon, damit sie mit der Haut ihres Wirtes in Verbindung kommt. Bei einem erwachsenen Menschen sitzt sie häufig in den Kniekehlen oder im Bauch- und Brustbereich, während die Zecke bei Kindern Kopf, Nacken oder Haaransatz bevorzugt. Für Festivalgänger wichtig: Je weniger das Opfer bekleidet ist, umso einfacher ist es dabei für die Zecke, erfolgreich „anzudocken“. Die richtige Vorsorge ist daher das A und O.

Mit dem passenden Schutz zum passenden Rhythmus

Mögliche Maßnahmen, den Schutz vor Zecken zu erhöhen, gibt es reichlich – auch wenn die Umsetzung einiger davon für Festivalgänger eine Herausforderung darstellen kann: Das Tragen abgeschlossener Kleidung inklusive Gummistiefeln macht es den Parasiten zwar schwer, die Haut des potenziellen Wirts zu erklimmen, aber das mehrstündige Stehen in einer Menschenmasse bei Sonnenschein verkommt so gegebenenfalls vom puren Vergnügen zum bloßen Aushalten. Das Einsprühen mit Repellents, das Tragen heller Kleidung, um die Störenfriede möglichst schnell zu erkennen, und das gründliche Absuchen der Haut im Anschluss an die Konzerte bieten sich für den geneigten Festivalgänger da schon eher an. Zusätzlich vor FSME kann außerdem eine Impfung schützen. Der ideale Zeitpunkt für den Beginn der Grundimmunisierung liegt im Winter. Möglich ist aber auch eine Schnellimmunisierung im Frühjahr. Dann steht dem entspannten Abrocken in der Natur nichts mehr im Wege.