Beim Golfen finden sich nicht nur Bälle, sondern auch Zecken im Gras

Auch auf Golfplätzen warten Zecken im Gras auf ihre Beute. Unbemerkt lassen sie sich abstreifen, wenn die Golfer eigentlich auf der Suche nach dem verschlagenen Ball sind.

Egal ob auf dem Golfplatz oder im heimischen Garten – Zecken im Gras können lange auf Beute warten. Deshalb ist das Absuchen nach Zecken nach jedem Aufenthalt im Freien unerlässlich, um Stichen vorzubeugen.

Es geht doch nichts über ein gepflegtes Green. Dabei heißt gepflegt aber nicht gestutzt. Gerade im Sommer steht das Gras auf Golfplätzen auch einmal etwas höher. Es sieht nicht nur schön aus, es sorgt auch für Abwechslung. Aber wehe dem, der den Ball verschlägt und sich auf die Suche nach ihm begeben muss. Denn Zecken im Gras warten nur darauf, sich von ihrem nächsten Wirt abstreifen zu lassen. „Ich checke nach jeder Golfsession, ob sich nicht in meinen Kniekehlen eine Zecke festgesetzt hat. Ich hatte da schon einmal einen Stich, sonst konnte ich die Zecken immer absammeln, bevor sie zustachen. Dabei muss man gar nicht ins hohe Gras, um sich eine Zecke einzufangen, sie krabbeln einem auf dem Golfplatz auch einfach so über die Schuhe“, stellt Golferin Katharina Böhm fest. Sie spielt seit ihrem elften Lebensjahr Golf und das genaue Absuchen nach Zecken nach dem Einlochen gehört schon immer dazu. Die junge Golferin will kein Risiko eingehen, denn Zecken können beim Stechen verschiedene Krankheitserreger übertragen.

Golferkleidung ist die halbe Vorsorge

Wer es mit der Golferetikette genau nimmt, hat in puncto Zeckenvorsorge schon die halbe Miete. Denn helle, lange Kleidung sorgt nicht nur dafür, dass die kleinen Blutsauger schwieriger Zugang zu nackter Haut finden, sondern sie macht die schwarzen Tierchen auch so sichtbar, dass sie beim Absuchen nach dem Golfspiel leicht abgesammelt werden können, bevor sie stechen. Zudem sorgen sogenannte Repellents, chemische Duftstoffe, dafür, dass Mücken und Zecken nicht zum Stechen animiert werden. Doch wozu die Vorsorge? Die millimeterkleinen Milben aus der Familie der Spinnentiere können beim Stechen bis zu 50 Krankheitserreger übertragen, darunter FSME-Viren und Borreliose-Bakterien. FSME-Viren können eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen, die zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen und mit schweren Langzeitschädigungen einhergehen kann. Zusätzlich zur Vorsorge durch Kleidung, Repellents und Absuchen kann auch eine Impfung dafür sorgen, das Risiko einer FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich zu reduzieren.

Zecken fallen nicht von Bäumen

„Entgegen der landläufigen Meinung fallen Zecken nicht von Bäumen, sie können gar nicht so hoch klettern. Zecken im Gras anzutreffen ist viel wahrscheinlicher, das entspricht eher ihrem Lebensraum“, erklärt Dr. Polzer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Neurologie, Gerontopsychiatrie, Schmerztherapie und Schlafmedizin am Asklepios Fachklinikum in Stadtroda. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Zecken sich auf dem Golfplatz tummeln – Wiesen, hohe Gräser und Büsche sind eben vor allem ihr bevorzugtes Jagdrevier. Laut Dr. Polzer sind Zecken sehr beharrliche Tierchen. Sie können in freier Wildbahn bis zu zwei Jahre ohne Nahrung auskommen – in Laborversuchen waren es sogar zehn. Dafür können sie bei einer einzigen Mahlzeit ihr Körpervolumen um das 100- bis 200-Fache vergrößern. Und auch in Sachen Aktivität unterliegen viele Menschen einem Irrtum: Das von Zecken übertragbare Virus heißt zwar Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus, hat aber mit dem Infektionszeitraum wenig zu tun.

Das FSME-Virus kann übertragen werden, sobald Zecken aktiv sind. Das ist immer dann der Fall, wenn die Temperaturen sich an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen bei sieben Grad oder darüber einpendeln, also nicht nur im Sommer. Das alles zusammen macht Zecken im Gras zu einer nicht zu unterschätzenden Gefahr – eben auch für Golfer.

Mehr über Katharina Böhm und ihre Leidenschaft erfahren Sie hier: www.leidenschaftnatur.de