Frühlingsbeginn: Lenz bringt Sonnenschein, Lust auf draußen – und Zecken!

Am 20. März ist es so weit. Der Frühling zieht offiziell wieder in Deutschland ein. Von vielen bereits sehnsüchtig erwartet, lockt er insbesondere Naturliebhaber mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und wieder grünenden Wiesen ins Freie. Aber Vorsicht! Nicht nur von den Menschen wird der Lenz sehnlichst herbeigesehnt. Auch die Zecke wird mit steigenden Temperaturen zunehmend aktiv.

Die Zecke gilt als gefährlichstes Tier Deutschlands, was an den Krankheitserregern liegt, mit denen die Blutsauger infiziert sein können. Eine umfassende Vorsorge ist daher unbedingt notwendig.

Die Zecke: bedrohliches Spinnentier

Der Ruf der Zecke ist alles andere als harmlos. Vielmehr gilt sie als „das gefährlichste Tier Deutschlands“, wie Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim betont. Als Parasit ist die Zecke, biologisch der Klasse der Spinnentiere zugeordnet, auf das Blut anderer angewiesen. Zu ihren Opfern zählen sowohl Tiere als auch Menschen. „Die Zecke kann mehr als 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen“, erklärte Mackenstedt 2014 beim 2. Süddeutschen Zeckenkongress an der Universität Hohenheim. Dazu zählen insbesondere die  durch Viren verursachte FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) -Virus und die Borreliose-Bakterien.

Lautloser Jäger

Auf der Suche nach frischem Blut ist die Zecke kaum zu bemerken. Durch ihren Körperbau und ihr Verhalten ist sie hervorragend an die Umwelt angepasst. Vorzugsweise auf Wiesen, in Wäldern, Stadtparks und Gärten präsent, klettert die Zecke auf Gräser und Büsche, um ihre Opfer besser zu erreichen. Beim Durchstreifen der Natur können Menschen dabei schnell zum Kletterziel werden oder durch Abstreifen der Zecke an Haut oder Kleidung mit ihr in Kontakt kommen.

Gieriger Blutsauger

Nachdem die Zecke ihr Opfer erreicht hat, sucht sie auf ihrem potenziellen Wirt eine dünnhäutige, feuchte und gut durchblutete Stelle zum Blutsaugen. Bei einem erwachsenen Menschen ist dies häufig in den Kniekehlen oder im Bauch- und Brustbereich, während die Zecke bei Kindern Kopf, Nacken oder Haaransatz bevorzugt. Der Stich der Zecke, bei dem sie mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) die Haut des Wirts aufreißt, bleibt dabei in der Regel unbemerkt. Die Zecke sondert bereits während des Stechens mit ihrem Speichel ein Mittel ab, das die Einstichstelle betäubt. Die Folge: Das Opfer spürt den Stich nicht und ist sich so der akuten Gefahr, in der es sich befindet, nicht bewusst.

Zeckenschutz: die richtige Vorsorge

Trotz ihrer geringen Größe ist die Zecke also nicht zu unterschätzen. Aber keine Sorge: Weder Sonnenanbeter noch Naturliebhaber müssen deshalb das ganze Jahr daheimbleiben. Eine umfassende Vorsorge ist jedoch unbedingt notwendig. Die richtigen Maßnahmen unterstützen dabei, die drohende Gefahr einzugrenzen. Neben dem Tragen der richtigen Kleidung, dem Einsatz insektenabweisender Mittel und dem Absuchen der Haut im Anschluss an den Naturausflug kann eine Impfung davor schützen, an FSME zu erkranken. So lassen sich der Frühling und die folgenden Jahreszeiten unbeschwert genießen.