Aufdringlicher Klettermaxe: Klettern – aber bitte ohne Zecken

Kletter- und Barfußparks erfreuen sich großer Beliebtheit. Neben dem Menschen sind aber auch Zecken ein großer Freund der körperlichen Ertüchtigung – und wahre Experten auf diesem Gebiet.

Aufgepasst: Kurze Hosen bieten der Zecke eine gute Möglichkeit, unbemerkt bei ihren Opfern anzudocken! Nach einem Ausflug in die Natur sollte deshalb der Körper gründlich abgesucht werden.

Obwohl Zecken nur auf eine Höhe von bis zu 1,50 Meter klettern, übertreffen sie in Sachen Leistungspensum problemlos gestandene Profikletterer. Klettern Zecken anderthalb Meter hoch, legen Sie das 500-Fache ihrer Größe als Höhenstrecke zurück. Was für einen Profikletterer dabei härtestes Training als Vorbereitung bedeutet, ist für Zecken hingegen von Natur aus ein Klacks.

Sport im Park

Kletter- und Barfußparks bieten für Zecken dabei beste Bedingungen, ihrem sportlichen Hobby nachzukommen. Denn oftmals tragen die sportbegeisterten Menschen hier nur kurze Hosen und machen es dem Spinnentier so allzu leicht, sie erfolgreich zu erklimmen. In vielen Fällen lauern Zecken dabei auf Grashalmen, in Büschen oder im Unterholz und werden im Vorübergehen unbemerkt abgestreift. Den erwachsenen Menschen sticht die Zecke daher besonders gerne in die Kniekehlen und in den Bauch- und Brustbereich. Bei Kindern finden sich die meisten Zecken am Kopf, im Nacken sowie am Haaransatz.

Der faule Leistungssportler

In puncto Distanzüberwindung müssen sich Zecken nicht vor Sportlergrößen verstecken. Wohl aber, wenn es darum geht, wie oft sie ihr Hobby ausüben. Haben sich Zecken erst einmal an ihrem Opfer festgesetzt, laben sie sich an dessen Blut – und zwar gründlich. Eine vollgesaugte Zecke wiegt rund das 200-Fache ihres ursprünglichen Körpergewichts. Mit Klettern ist danach in der Regel erst einmal nichts mehr. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke im Labor bis zu zehn Jahre ohne Nahrung überleben. Aber selbst dieses einmalige Vergnügen reicht aus, um das Opfer gesundheitlich zu gefährden.

Gefährliche Mitbringsel

Zecken beherbergen die verschiedensten Krankheitserreger und übertragen diese durch Stiche. Das kann zu schweren Krankheiten führen. Dazu zählt beispielsweise Borreliose, eine durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöste Infektionskrankheit. Zecken können auch das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus übertragen. FSME ist eine Krankheit, die bei Patienten zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung führen und tödlich enden kann. „Es gibt noch über 50 weitere Krankheitserreger, die weltweit von Zecken übertragen werden können“, erklärt Zeckenexperte Prof. (a. D.) Dr. Jochen Süss. „Die Zecke ist damit das gefährlichste Tier Deutschlands.“

Mehr Entspannung durch Vorsorge

Wer sich den Spaß im Kletter- oder Barfußpark nicht verderben lassen möchte, sollte vorbeugen. Um Zecken den Anstieg zu erschweren, bietet sich das Tragen geschlossener Kleidung an. Helle Kleidung hilft indes, den aufdringlichen Klettermaxen schnell auszumachen, um ihn zu entfernen. Auch das Einsprühen mit Repellents und das gründliche Absuchen der Haut nach dem sportlichen Ausflug können helfen. Zusätzlich zu den aufgezählten Maßnahmen kann zudem eine Impfung helfen, den Schutz vor FSME zu erhöhen. Die FSME-Impfung bekommt man in der Regel beim Haus- oder Kinderarzt. Eine Grundimmunisierung gegen FSME lässt sich dabei zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen.