Sind Zecken Profikletterer?

Klettern ist bei vielen Menschen beliebt. Denn so ist es möglich, sich viel in der Natur und im Grünen aufzuhalten. Das trifft auch auf winzig kleine Parasiten zu, die einen Kletterer mit nur einem Stich komplett aus dem Gleichgewicht bringen können – die Zecken.

Am Felsen stets abgesichert – für Paul Schall gehört auch die Zeckenvorsorge dazu.

Klettern als Sportart zieht stetig neue Fans an. Altersbegrenzungen gibt es nicht: Ob Jung oder Alt, jeder, der gerne Schwierigkeiten überwindet und sich Herausforderungen stellt, ist hier richtig. Auch Zecken können gut klettern, jedoch nur maximal 1,5 Meter hoch. Daher können sie auch nicht von Bäumen fallen – ein weit verbreiteter Irrtum. Dennoch ist Vorsicht geboten. Klettern benötigt eine detaillierte Vorbereitung, bei der Winzigkeiten entscheidend sind. Dazu gehört neben der richtigen Ausrüstung auch die Zeckenvorsorge. Klettern ist ein Outdoorsport. Und so schön es ist, sich in der Natur aufzuhalten, Wald und Wiesen sind Orte, an denen Zecken auf ihre Opfer warten. Gerade bei der Vorbereitung zu einer Tour ist es daher wichtig, Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche zu treffen.

Mit Balance und Konzentration den Felsen hinauf

Fans reizt am Klettern die Vielseitigkeit. Gefordert sind ganz unterschiedliche Fähigkeiten: Neben Balance und Teamarbeit ist das Auseinandersetzen mit den eigenen Grenzen wichtig. Wer sich tief konzentriert auf seine Kletterroute vorbereitet, dem entgeht eine Zecke schnell. Der Stich bleibt oft unbemerkt, da das Spinnentier ein Betäubungsmittel absondert. Wichtig zu wissen: Ein einzelner Stich reicht aus, um das FSME-Virus zu übertragen. Da sich die FSME-Erreger im Speichel der Zecke befinden, können sie direkt in die Wunde gelangen. Die FSME, also die Frühsommer-Meningoenzephalitis, ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die nicht ursächlich behandelbar ist. Dies bedeutet, dass der Virus nicht mit Medikamenten behandelt werden kann, sondern dass Ärzte lediglich eine Linderung der Beschwerden erreichen können.

Sicherheit spielt eine große Rolle

Ob geübt oder nicht, kein Kletterer startet ohne Sicherheitsmaßnahmen seine Aufstiege. Auch Paul Schall nicht. Der 21-Jährige aus Korntal klettert seit seinem fünften Lebensjahr und ist Trainer des Felskaders Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins (DAV). Neben Absicherung und Ausrüstung gehört für ihn auch Zeckenvorsorge zum Schutz seiner Gesundheit: „Zeckenstiche sind wie Kletterunfälle – mit der richtigen Vorsorge absolut vermeidbar.“ Vorsorge heißt für ihn, unter anderem auf geeignete Kleidung zu achten. Kletterer verwenden im Allgemeinen eng anliegende Kleidung. Zusätzlich bietet es sich an, lange und helle Kleidungsstücke zu tragen. Denn die können helfen, Zeckenstiche zu vermeiden, da darauf die dunklen Tiere erkennbar sind, bevor sie ihren Weg zur Haut gefunden haben. Paul Schall sprüht sich außerdem mit Repellents ein und sucht sich im Anschluss an jede Klettertour gründlich nach Zecken ab. Zusätzlich kann ein Impfschutz vorbeugen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken.

Vorsicht in FSME-Risikogebieten

Vor allem in FSME-Risikogebieten sollten die aufgezählten Vorsorgemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein. Die FSME-Risikogebiete werden jährlich vom Robert Koch-Institut (RKI) nach einer bestimmten Anzahl von Fällen definiert und veröffentlicht. Paul Schall ist gegen FSME geimpft, da seine Heimat zu diesem Risikogebiet gehört. In Deutschland zählen daneben beispielsweise noch große Teile von Bayern sowie Teile von Südhessen und Thüringen dazu. Hier ist die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren besonders hoch. Auch das Klettermekka Frankenjura liegt neben weiteren Teilen der Fränkischen Schweiz und der Gegend rund um Nürnberg, Bamberg und Bayreuth in den betroffenen Gebieten. Daher ist die richtige Vorsorge hilfreich, um Zeckenstiche zu vermeiden – egal, wo Kletterer sich aufhalten.

Mehr zum Thema Zeckenvorsorge erfahren Sie unter www.zecken.de