Start der Grillsaison: Zecke unerwünscht!

Beim Genießen von Steaks, Würstchen oder krossem Speck ist Vorsicht angesagt. Denn auch die Zecke ist mitunter beim Grillen am Start – und hat ebenfalls Heißhunger …

Zecken unerwünscht! Wer seinen Grill- und Picknickausflug unbeschwert genießen will, sollte vorsorgen. Hinsichtlich der möglichen Ansteckung mit FSME zählen insbesondere weite Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und das südöstliche Thüringen zu den Risikogebieten.

Angrillen ist angesagt! Die Grillsaison steht kurz bevor und nicht nur die Menschen stehen schon ungeduldig in den Startlöchern. Denn meist tummelt sich bei Freunden von Grill- und Picknickevents noch ein ungeliebter, oft auch ungesehener Gast. Die Rede ist von der Zecke, die bereits ab einer Temperatur von sieben Grad wieder aktiv und unter anderem auch auf Grillplätzen anzutreffen ist.

Naturliebender Klettermaxe

Die Zecke hat es bei ihrer Jagd sowohl auf Tiere als auch auf Menschen abgesehen. Das schwarzbraune Spinnentier ist dabei ausschließlich an dem Blut seiner Opfer interessiert. Um an dieses zu gelangen, hält sich die Zecke oftmals an Waldrändern, in Gärten, an Lichtungen oder an Bächen auf. Aber auch in Stadtparks sind die kleinen Spinnentiere zu finden. Zecken bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder in Gebüsch und Unterholz. Beim Durchstreifen der Natur können Menschen schnell zu ihrem Kletterziel werden. Aber auch das bloße Abstreifen reicht schon, damit die Zecke mit der Haut ihres Wirtes in Verbindung kommt. Bei einem erwachsenen Menschen sitzt sie häufig in den Kniekehlen oder im Bauch- und Brustbereich, während die Zecke bei Kindern Kopf, Nacken oder Haaransatz bevorzugt.

Des einen Freund, des anderen Leid: O’zapft is!

Hat sich die Zecke erst einmal festgesetzt, beginnt sie auch schon, ihren Appetit zu stillen. Dabei kann sie das bis zu 200-Fache ihres Körpergewichts mit nur einer Mahlzeit zu sich nehmen. Der Stich der Zecke, bei dem sie mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) die Haut des Wirtes aufreißt, bleibt dabei oft unbemerkt. Die Zecke sondert bereits während des Stechens mit ihrem Speichel ein Mittel ab, das die Einstichstelle betäubt. Die Folge: Der Wirt spürt den Stich nicht und ist sich so der akuten Gefahr, in der er sich befindet, nicht bewusst.

Gefährlichstes Tier Deutschlands

Die potenziellen Opfer wissen dabei oft nicht, wie groß die eigentliche Gefahr ist, die von der Zecke im Rahmen ihres Beutezugs ausgeht: Die Spinnentiere können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger mit sich tragen, die sie im Rahmen ihrer Mahlzeit an das Opfer übertragen können. „Die Zecke ist damit das gefährlichste Tier Deutschlands“, erklärt Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. Zu den von Zecken übertragenen Krankheitserregern zählen neben Borreliose-Bakterien auch die  FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Viren: FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann.

Vorsicht walten lassen – auch beim Grillen

Um die von der Zecke ausgehende Gefahr bestmöglich einzugrenzen, gibt es mehrere Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem das Einsprühen mit Repellents oder aber das Tragen von geschlossener und heller Kleidung, um den Störenfried nicht nur das Andocken zu erschweren, sondern ihn im besten Fall sogar rechtzeitig zu erkennen. Aber auch das gründliche Absuchen der Haut nach dem letzten Ausflug in die Natur kann helfen, die Zecke schnellstmöglich aufzuspüren. Zusätzlich kann außerdem eine Impfung vor FSME schützen. In Deutschland reicht die Zeckensaison von Februar bis Oktober, der ideale Zeitpunkt für den Beginn der Grundimmunisierung liegt daher im Winter. Möglich ist aber auch eine Schnellimmunisierung im Frühjahr. So steht dem munteren Angrillen nichts mehr im Weg.