Drachen steigen lassen im Herbst – auch an Zeckenentfernung gedacht?

Der Herbst hat für Familien viel zu bieten. Bunte Wälder für herrliche Spaziergänge, viel Wind zum Drachensteigen, Pilze für ein besonderes Abendessen und Kastanien und Eicheln zum Basteln. Doch Eltern sollten auch noch eine andere Disziplin beherrschen: die Zeckenentfernung.

Auch beim Drachensteigenlassen sind Kinder und Eltern leichte Beute für Zecken. Deshalb sind Zeckenentfernung und -vorsorge so wichtig.

Drachen steigen lassen, Kastanien sammeln, bunte Blätter auflesen – diese Familienklassiker gehören in den Herbst. Wenn die goldene Herbstsonne ins Freie lockt, gilt es jedoch nicht nur, die erste Erkältung des Jahres zu vermeiden. Auch im Herbst steht Zeckenentfernung noch weit oben auf der familiären Aktivitätenliste. Denn die kleinen Blutsauger sind vor allem bei Temperaturen ab sieben Grad aktiv, also circa von Februar bis Oktober, und können gefährliche Krankheitserreger übertragen, unter anderem das FSME-Virus. Zwar helfen Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche, aber wenn sich doch einmal eine Zecke festgesogen hat, ist eine schnelle Zeckenentfernung wichtig.

Zecken beim Drachensteigenlassen?

Fürs Drachensteigenlassen braucht man einen Drachen, möglichst konstanten, starken Wind und eine große Fläche ohne Stromleitungen oder andere Hindernisse. Oft bieten sich dafür abgeerntete Felder oder weite Wiesen an. Doch genau dort lebt bevorzugt auch die Zecke. Sie sitzt auf Grashalmen oder in Büschen und wartet auf eine Gelegenheit, sich von einem Wirt abstreifen zu lassen. Beispielsweise dann, wenn Kinderhände abgestürzte Drachen aus dem Dickicht angeln oder die Drachenschnur im hohen Gras entknoten. Wenn die Zecke einmal Zugang zu freier Haut gefunden hat, kann sie über ihren Speichel beim Stechen Krankheitserreger übertragen, beispielsweise Borreliose-Bakterien und FSME-Viren. Eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann eine Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems hervorrufen und mit schweren Langzeitschädigungen einhergehen. Deshalb sollten nicht nur Eltern sich mit dem Thema Zeckenentfernung beschäftigen, um im Ernstfall schnell handeln zu können.

Vorsorge und Nachsorge – die richtige Zeckenentfernung

„FSME ist nicht ursächlich behandelbar. Die Ärzte können nur die Symptome wie hohes Fieber und Schmerzen lindern, haben aber sonst keinen Einfluss auf den Verlauf der Viruserkrankung. Deshalb ist Vorsorge unverzichtbar“, sagt Dr. med. Udo Polzer, ärztlicher Direktor und Chefarzt für Neurologie, Gerontopsychiatrie, Schmerztherapie und Schlafmedizin, Asklepios Fachklinikum Stadtroda. Zur Vorsorge gehören möglichst lange Kleidung, Repellents zum Einsprühen der Haut und der Kleidung und das gründliche Absuchen nach Zecken nach jedem Aufenthalt im Freien. Zusätzlich kann eine Impfung das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich reduzieren. Der Impfschutz sollte bestenfalls das gesamte Jahr über bestehen. Mit dem Aufbau des Impfschutzes kann jederzeit begonnen werden. Für einen mehrjährigen Impfschutz werden drei Impfungen in einem festgelegten Zeitraum über mehrere Monate benötigt. Danach erfolgt eine regelmäßige Auffrischung. Steht die Zeckensaison unmittelbar bevor, kann auch kurzfristig ein Impfschutz für die aktuelle Saison aufgebaut werden. Zur Nachsorge gehört die richtige Zeckenentfernung. Wer von einer Zecke gestochen wurde, sollte den Parasiten entfernen, den Tag notieren, die Einstichstelle desinfizieren und regelmäßig überprüfen, ob auffällige Veränderungen auftreten.

Mehr zum Thema Zeckenvorsorge erfahren Sie unter http://www.zecken.de/de/zeckenschutz/schuetzen-sie-sich