Die Zeckensaison beginnt: Kleines Tierchen – kein Pläsierchen

Wer freut sich nicht auf den Frühlingsbeginn? Die Tage werden länger, Bäume und Blumen fangen an zu sprießen und bei Spaziergängen weht einem der Frühlingsduft um die Nase. Doch wir sind nicht die Einzigen, die sich auf die wärmere Jahreszeit freuen – auch die Zecken werden wieder aktiv.

In der Natur kann lange Kleidung einem Zeckenstich vorbeugen. Außerdem ist es ratsam, nach dem Spaziergang gründlich Kleidung und Haut nach Zecken abzusuchen.

Sobald die Temperaturen mehrere aufeinanderfolgende Tage über sieben Grad Celsius liegen, sind Zecken auf der Jagd nach Beute. In Deutschland startet die Zeckensaison im Frühjahr und reicht bis in den Spätherbst hinein, je nach Temperaturgefüge dauert sie auch das ganze Jahr über. Sobald die Temperaturen es erlauben, wartet die Zecke bereits sehnsüchtig auf Grashalmen, in Büschen und im Unterholz in Wäldern, in Stadtparks sowie in Gärten, um den nächsten Wirt zu stechen.

Beim Durchstreifen von Wiesen, Gräsern und Büschen können Menschen schnell zum Kletterziel werden oder durch Abstreifen der Zecke an Haut oder Kleidung in Kontakt mit dem Spinnentier kommen. Wer gern im Wald und auf Wiesen unterwegs ist, sollte daher am besten feste Schuhe tragen, die Socken über die Hose ziehen und Kleidung tragen, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Auf heller Kleidung kann man die kleinen schwarz-braunen Tierchen zudem leichter erkennen. Sogenannte Repellents, spezielle insektenabweisende Mittel, die man sich auf Kleidung und Haut sprüht, erhöhen u. a. auch den Schutz vor den Spinnentieren.

Glücklicherweise schmerzt der Stich einer Zecke in der Regel nicht, jedoch macht dies das Auffinden des Blutsaugers nicht leichter. Nach dem Spaziergang ist es also ratsam, gründlich Kleidung und Haut nach Zecken abzusuchen. Vor allem am Hals, unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen stechen die Tiere gern und saugen sich mit Blut voll.

Wer einen Zeckenstich entdeckt, sollte die Finger von Öl oder Klebstoff lassen, um das Tier zu entfernen. Die vermeintlich sinnvollen Hausmittel reizen die Zecke nur. Besser, man greift zu einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenkarte, die es in Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt. Ohne die Zecke zu quetschen, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Nach dem Entfernen ist es ratsam, die Wunde gründlich zu desinfizieren.

Auch wenn ein Zeckenstich an sich nicht grundsätzlich schädlich ist, können die Tiere gefährliche Erreger übertragen: Neben der bakteriell bedingten Borreliose kann auch das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus übertragen werden. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon.

Eine umfassende Vorsorge ist daher unbedingt notwendig. Neben der richtigen Kleidung, die möglichst viel vom Körper bedeckt, festen Schuhen, schützenden Repellents und dem Absuchen der Haut nach dem Spaziergang gehört auch eine FSME-Impfung zu möglichen Vorbeugungsmethoden. Vor allem in den FSME-Risikogebieten wie beispielsweise in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Südhessens und im südöstlichen Thüringen sollten die aufgezählten Vorsorgemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein. Wer in einer dieser Regionen wohnt oder dort gern seinen Urlaub verbringt und zeckenexponiert ist, sollte entsprechend vorsorgen – denn mit dem richtigen Schutz stehen dem lang erwarteten Frühlingserwachen und ausgedehnten Spaziergängen nichts mehr im Weg.