Picknick im Grünen? Festmahl für Zecken!

Wenn die ersten Sonnenstrahlen die Haut kitzeln und das Gras frisch duftet – dann gönnen sich neben Menschen auch Zecken gerne mal ein Picknick. Denn der Parasit wird bereits bei Temperaturen von sieben Grad aktiv und kommt mit mächtigem Kohldampf daher. Damit das Picknick im Freien nicht gleichzeitig auch zum Festmahl für Zecken wird, gilt es einige Grundregeln zu beachten.

Wer vermeiden möchte, dass das Picknick im Freien gleichzeitig auch zum Festmahl für Zecken wird, sollte einige Vorsorge-Grundregeln beachten.

Zecken lauern im hohen Gras

Entgegen dem allgemeinen Irrglauben fallen Zecken nicht von Bäumen. Im Gegenteil: In den meisten Fällen lauern sie auf Grashalmen, in Büschen und im Unterholz in Wäldern, Stadtparks und Gärten und werden im Vorübergehen abgestreift. Dabei klettern sie nicht höher als eineinhalb Meter und klammern sich gerne an Hosenbeinen fest. Besonders beliebt sind bei Zecken warme, feuchte Stellen, weshalb der Schritt, das Gesäß, die Achseln und die Innenseite der Oberarme besonders häufig betroffen sind. Etwas anders verhält es sich bei Kindern: Hier setzen sich die Zecken am liebsten auf dem Kopf und im Nacken fest.

Mehrere Möglichkeiten der Vorsorge vor Zecken

Um Zecken den Stich zu erschweren, hilft beim Picknicken das Unterlegen einer hellen Picknickdecke. Diese hält die dunkelbraunen, achtbeinigen Parasiten eher fern oder macht sie frühzeitig erkennbar. Außerdem ist es beim Schlemmen im Grünen wichtig, möglichst lange Kleidung und geschlossenes Schuhwerk zu tragen. Die Socken sollten über die Hose gezogen werden, um es den Zecken zu erschweren, an den Beinen hochzukrabbeln. Wer sich zusätzlich schützen möchte, kann Kleidung und Hautteile mit speziellen insektenabweisenden Mitteln, sogenannten Repellents, einsprühen. Dass sich die Zecke während des Picknicks auf den Körper setzt oder gar sticht, bleibt in der Regel unbemerkt. Der Speichel der Zecke enthält ein Sekret, das den Juckreiz unterdrückt. Daher ist es wichtig, den Körper nach dem Aufenthalt in der freien Natur nach Zecken abzusuchen. Wird ein Stich entdeckt, sollte die Zecke schnellstmöglich und sehr vorsichtig mit einer Zeckenzange entfernt werden. Aller Vorsicht zum Trotz: Zeckenstiche lassen sich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit vermeiden. Wer bestmöglich vorsorgen möchte, dem bleibt neben den eben genannten Maßnahmen nur die Möglichkeit der Impfung.

FSME ist nicht ursächlich behandelbar

Warum ist die Vorsorge vor Zecken vor der Mahlzeit im Freien so wichtig? „Die Zecke ist das gefährlichste Tier Deutschlands“, sagt die Parasitologin Prof. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim. „Sie kann mehr als 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter auch Borreliose-Bakterien und das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus.“ Während Borreliose meist durch Antibiotika therapiert wird, ist FSME nicht ursächlich behandelbar und kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems. Nach zunächst grippeähnlichen Symptomen kommt es bei rund 50 Prozent der Betroffenen zu einer Entzündung der Hirnhaut, bei ca. 40 Prozent zusätzlich zur Entzündung des Gehirns. Einige tragen schwere gesundheitliche Folgen mit dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche davon. Eine umfassende Vorsorge vor jedem Picknick in der Natur sollte deshalb selbstverständlich sein.