Zecken: von Reiselust und -frust

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Obwohl die Urlaubssaison noch etwas hin ist, nutzen Reisefreunde das Frühjahr, um nach günstigen Angeboten Ausschau zu halten und den Sommerurlaub fix einzutüten. Gedanklich werden sie dabei meist von dem bereits erwähnten Spiel aus Kindertagen begleitet, denn letztlich darf für den entspannten Ausflug in die Ferne nichts fehlen. Selbstverständlich sein sollte dabei auch der Punkt „Gesundheitsvorsorge“ – mit der richtigen Vorbereitung kann die Urlaubssaison unbeschwert starten. Aber Vorsicht: Zecken machen keinen Urlaub. Daher sollte auch der Schutz vor Zecken bedacht werden.

Gesund und munter in den Urlaub. Zecken sind auch über Deutschland hinaus verbreitet. Eine umfassende Vorsorge sollte daher auch bei Auslandsreisen selbstverständlich sein.

Reisevorbereitung: von A wie Apotheke bis Z wie Zecken

Bei der Zusammenstellung der richtigen Reiseapotheke berät der Hausarzt. Er klärt auch darüber auf, welche Aspekte bei der Gesundheitsvorsorge außerdem berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen zum Beispiel Reiseschutzimpfungen. Auch in puncto Zecken sollte vorgebeugt werden – diese sind nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland aktiv und nicht zu unterschätzen. Über 50 verschiedene Krankheitserreger können von den schwarz-braunen Spinnentieren übertragen werden. Dazu zählen neben Borreliose-Bakterien auch das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann.

 

Zecken sind weit verbreitet

Hierzulande ist FSME ein vorwiegend süddeutsches Phänomen. Bedingt durch Klimaveränderungen und zunehmend milde Winter breitet sich das FSME-Risiko allerdings auch Richtung Norddeutschland und in die Höhenlagen aus. In Europa gehören Estland, Finnland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, die Ukraine und Ungarn zu den FSME-Endemiegebieten. Neuerdings werden auch in Asien FSME-Fälle gemeldet.

 

Was kann helfen?

Für Urlauber heißt das Zauberwort „Vorbeugung“. Da es gegen FSME keine ursächliche Behandlung gibt, geht es in erster Linie darum, sich vor dem Stich der Zecke zu schützen. Gleich mehrere Maßnahmen können helfen: Dazu zählen beispielsweise festes Schuhwerk und geschlossene Kleidung, die es der Zecke erschweren, direkt an ihrem vermeintlichen Opfer anzudocken. Insektenabweisende Mittel und helle Kleidung, auf denen sich der Parasit leichter erkennen lässt, können ebenfalls hilfreich sein. Eine 100%-Garantie, dem gefährlichen Stich der Zecke zu entgehen, gibt es aber nicht.

 

Ein kleiner Pikser als zusätzliche Schutzmaßnahme

Neben den oben genannten Vorbeugemaßnahmen kann eine FSME-Impfung davor schützen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Im Rahmen der Impfung werden abgetötete FSME-Viren in den Körper injiziert. Das Immunsystem produziert daraufhin spezielle Abwehrstoffe (Antikörper), ohne aber die Krankheit durchmachen zu müssen. Sollten nach einer vollständig durchgeführten FSME-Impfung durch einen Zeckenstich erneut FSME-Viren in den Körper gelangen, erkennt das Immunsystem mit Hilfe der Antikörper diese Eindringlinge und zerstört sie.

 

Der richtige Zeitpunkt

Die FSME-Impfung bekommt man in der Regel beim Haus- oder Kinderarzt. Am besten startet man mit der Grundimmunisierung bereits im Winter, da zu dieser Zeit die Zeckengefahr am geringsten ist und man im darauf folgenden Frühjahr bereits einen guten Schutz besitzt. Grundsätzlich lässt sich aber eine Grundimmunisierung gegen FSME zu jedem beliebigen Zeitpunkt beginnen.

Für einen mehrjährigen Impfschutz vor FSME sind drei Impfungen nötig. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte – je nach Impfstoff – nach 5 bzw. 9 bis 12 Monaten. Danach ist eine erste Auffrischung nach 3 Jahren, anschließend je nach Alter und Impfstoff alle 3 bis 5 Jahre nötig, um den Impfschutz aufrechtzuerhalten. Doch auch kurzfristig kann ein Impfschutz gegen FSME aufgebaut werden – hier kann der Arzt beraten. Und mit der richtigen Vorsorge steht der ungebremsten Urlaubsvorfreude nichts mehr im Weg.