Zeckengefahr beim Golf: 18 Loch – kein Stich

Die Golfsaison steht bereits in den Startlöchern und auch kleine Spinnentiere sind längst aktiv: Zecken. Auch wenn das Grün auf dem Golfplatz meist kurz gestutzt ist, können Zecken sowohl im Gras als auch im üppigen Rough oder in Waldstücken lauern und durch Abstreifen an der Haut oder Kleidung des Golfers mit ihm in Kontakt kommen.

Entgegen der landläufigen Meinung fallen Zecken nicht vom Baum, sondern sind in maximal 1,5 Meter Höhe, bevorzugt in Wiesen, Gräsern und Büschen, vorzufinden. Setzt sich die Zecke auf die Haut, sucht sie sich meist eine feuchte und warme Stelle, um hier zu stechen und sich mit Blut vollzusaugen.

Im Einklang mit der Golfplatz-Etikette sollten Golfer daher bevorzugt lange Kleidung tragen, um möglichst viel ihres Körpers zu bedecken. Damit die Zecken nicht über die Schuhe in das Hosenbein krabbeln können, empfiehlt es sich zudem, die Socken über die Hose zu stülpen. Auch Repellents, die auf Körper und Kleidung gesprüht werden, helfen dabei, Zecken abzuwehren.

Zecken sind bei Temperaturen über sieben Grad Celsius stets auf Nahrungssuche. Daher deckt sich ihre Saison ungefähr mit der des Golfsports: Von Februar bis in den Spätherbst hinein sind Zecken aktiv. Um sicherzugehen, dass man sich nach dem Sport keines der kleinen schwarz-braunen Tiere eingefangen hat, ist es wichtig, den Körper anschließend gründlich abzusuchen. Vor allem am Hals, unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen stechen die Tiere gern.

Findet man nach den 18 Loch auf dem Platz ein weiteres auf der Haut, aus dem die Zecke sich mit Blut vollsaugt, sollte die Zecke schnell und vorsichtig mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenkarte entfernt werden. Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheitserreger übertragen, allen voran das FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) -Virus und Borrelien. FSME ist nicht ursächlich behandelbar. Die Erkrankung kann schwere gesundheitliche Folgen haben und sogar lebensgefährlich sein. Borreliose hingegen kann mit Antibiotika therapiert werden.

Wer beim Thema FSME auf Nummer sicher gehen möchte, sollte vorbeugen. Neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken kann eine Impfung davor schützen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken. Für Golfer, die bedingt durch ihre sportliche Leidenschaft häufig in der freien Natur unterwegs sind, sollten die aufgezählten Vorsorgemaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein. Dies gilt insbesondere in den FSME-Risikogebieten wie beispielsweise in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Südhessens und im südöstlichen Thüringen. Auch wenn es auf dem Platz kein Hole-in-one wird oder man ein paar Schläge über Par liegt, kann man dann beruhigt und ohne Angst vor dem Stich einer mit dem FSME-Virus infizierten Zecke über den Golfplatz gehen und dort ein paar entspannte Stunden genießen.