Einmal Mittelalter und zurück an einem Wochenende

Von Heilkräutern und Abenteuern in der Natur

Berlin, 30.06.2016. Wer wünscht sich nicht manchmal, eine andere Rolle zu spielen? Für Kim Schwammberger ist das selbstverständlich. Sie ist Liverollenspielerin aus Leidenschaft. Ganz besonders hat es ihr das Mittelalter angetan. Deshalb hat sie den Charakter einer Heilerin entwickelt und kennt sich sehr gut mit Kräutern, Salben und mittelalterlicher Medizin aus. Im Rahmen der Liverollenspiele ist Kim Schwammberger oft ein ganzes Wochenende in der Natur unterwegs. Vorbereitung ist dabei das A und O, nicht nur zur Entwicklung ihrer Rolle, sondern auch in puncto Zecken. Die winzigen Parasiten können mit ihrem Stich verschiedene Krankheitserreger übertragen. Einer davon, das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus kann eine Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems auslösen – mit schweren Langzeitfolgen. Die  26-jährige Liverollenspielerin trifft daher verschiedene Vorsorgemaßnahmen.

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Kim Schwammberger liebt den Sommer. Dann ist es auch in den Nächten warm genug, um in der freien Natur zu übernachten. Aber nicht einfach nur im Zelt. Nein, in einem mittelalterlichen Zeltdorf. Kim Schwammberger hat als Liverollenspielerin die Charaktere einer Heilerin und einer Abenteurerin entwickelt. Auf sogenannten Cons schlüpft sie in eine dieser Rollen, um mit Gleichgesinnten im Rahmen eines vagen Drehbuchs ein Abenteuer zu improvisieren und dabei Rätsel und Aufgaben zu lösen. Tag und Nacht. „Jeder Mensch spielt im Alltag eine Menge unterschiedlicher Rollen. In meiner Freizeit schlüpfe ich in Charaktere, die ich selbst definiert habe. Dieses Abtauchen in eine andere Welt ist meine Leidenschaft“, sagt die junge Frankfurterin, die hauptberuflich als Sozialpädagogin arbeitet.

Seit ihrer Schulzeit empfindet Kim Schwammberger eine besondere Faszination für das Mittelalter. Als ihr ein Zeitungsartikel über das Live Action Role Play, kurz LARP, in die Hände fällt, ist sie sofort begeistert. Sie entwickelt den Spielcharakter einer Heilerin, eignet sich das mittelalterliche Wissen zur Heilkunde an und besucht Liverollenfestspiele, die zu einer Medizinfrau passen. „Ich liebe es, draußen zu sein. Wenn ich frühmorgens auf einer frisch betauten sommerlichen Wiese am Waldrand stehe und irgendwo ein Bächlein plätschert, dann ist meine Welt perfekt“, schwärmt sie.

FSME kann die Welt schnell aus den Fugen bringen

Doch genau dort, in dieser wunderschönen Landschaft, lauert ein winziger Parasit, der große Gefahren birgt: die Zecke. Die Spinnentiere leben bevorzugt auf Wiesen und in hohen Gräsern oder Büschen. Entgegen der landläufigen Meinung fallen Zecken nicht von Bäumen – sie können gar nicht so hoch klettern. Die nur millimetergroßen Blutsauger können mit ihrem Stich bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen – darunter Borreliose-Bakterien und FSME-Viren. Das Virus befindet sich im Speichel der Zecke und kann im menschlichen Organismus die Infektionskrankheit FSME auslösen. Das klingt nach Sommergrippe, ist aber weitaus gefährlicher, denn eine FSME-Infektion kann zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems sowie schwerwiegenden Langzeitschäden führen.

„Ich selbst habe nach meinen Streifzügen in der Natur schon mehrfach Zecken gehabt. Das war eine sehr beunruhigende Erfahrung. Seither trage ich Strumpfhose und Stiefel unter dem Kleid, damit die Tierchen es möglichst schwer haben, Halt zu finden“, sagt Kim Schwammberger. Denn neben dem Tragen langer und möglichst heller Kleidung sind geschlossene Schuhe, das Benutzen von Repellents zur Abwehr von Zecken- und Mückenstichen und das gründliche Absuchen nach Zecken nach jedem Aufenthalt im Freien wichtige Vorsorgemaßnahmen gegen Zeckenstiche. Zusätzlich kann eine FSME-Impfung das Infektionsrisiko nach einem Stich reduzieren. In Deutschland reicht die Zeckensaison von Februar bis Oktober, der Impfschutz sollte aber bestenfalls das gesamte Jahr bestehen. Der ideale Zeitpunkt für den Beginn der Grundimmunisierung liegt im Winter. Möglich ist aber auch eine Schnellimmunisierung innerhalb weniger Wochen.

Für Kim Schwammberger ist deshalb klar: „In Sachen Gesundheitsvorsorge verlasse ich mich lieber auf die Errungenschaften der heutigen Medizin. Ich bin selbstverständlich gegen FSME geimpft.“

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