Zecken – was tun?

Es ist eine Frage, die sich die wenigsten stellen, wenn sie draußen unterwegs sind. Deshalb überrascht sie viele, die damit konfrontiert werden: Zecken – was tun?

Ruhe bewahren und überlegt und vorsichtig vorgehen. Das ist die Antwort auf die Frage „Zecken – was tun?“. Denn wird die Zecke beim Entfernen gequetscht oder beschädigt, steigt das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern. Auch die Vorsorge sollte beachtet werden: Neben der richtigen Kleidung, dem Einsprühen mit Repellents und dem gründlichen Absuchen der Haut nach Zecken kann auch ein Impfschutz vorbeugen, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken.

Kim Schwammberger ist eine Meisterin der Improvisation. Als Live-Rollenspielerin verkörpert sie einen Charakter, den sie selbst erschaffen hat – eine Heilerin aus dem Mittelalter. Sie kennt sich aus mit Kräutern, Tränken und Salben und hat viel von der Natur gelernt. Live-Rollenspieler treffen sich auf sogenannten Cons, um ihre Charaktere zu spielen und gemeinsam Drehbücher zum Leben zu erwecken. Live-Rollenspieler müssen spontan auf unvorhergesehene Situationen reagieren können, ohne aus der Rolle zu fallen. Doch beim Thema Zecken verliert selbst Kim Schwammberger mal die Ruhe: „Mit meinem Charakter der Heilerin bin ich natürlich viel im Sommer und fast ausschließlich draußen unterwegs. Als ich eines Tages zurück ins Zelt kam, hingen fünf winzige Parasiten an mir und ich dachte nur: Zecken – was tun?“ Zwar half ein Freund Kim Schwammberger dabei, die kleinen Blutsauger zu entfernen, nachhaltig beeindruckt war sie dennoch von diesem Erlebnis.

Vorsorge statt Improvisation

„Zecken – was tun?“ Da halten sich so einige merkwürdige Maßnahmen sehr beharrlich: Klebstoff, Öl oder sonstige Substanzen erhöhen eigentlich nur die Gefahr. Denn Zecken können beim Stechen Borreliose-Bakterien oder das FSME-Virus übertragen. „Deshalb gibt es einfache Tricks, um Zeckenstiche zu vermeiden und wenige Regeln, sie zu entfernen“, erzählt Dr. med. Udo Polzer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Neurologie, Gerontopsychiatrie, Schmerztherapie und Schlafmedizin, Asklepios am Fachklinikum Stadtroda. Das FSME-Virus kann beim Stechen mit dem gleichen Speichel übertragen werden, mit dem die Zecke auch die Einstichstelle ihres Opfers betäubt. Der Stich und die damit verbundene Gefahr bleiben unbemerkt. Kommt es zu einer Infektion mit dem Virus, kann es eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen und zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen, was schwere Langzeitschäden zur Folge haben kann. „FSME ist nicht ursächlich behandelbar. Alles, was wir Ärzte tun können, ist, die Symptome zu lindern. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig“, unterstreicht Polzer.

Kleidung – künstliche Duftstoffe – Kontrolle

Das weiß Kim Schwammberger mittlerweile auch. Deshalb weicht sie sogar bei der Gewandung ihrer mittelalterlichen Heilerin auf Strumpfhosen und Stiefel unter dem Kleid aus. Denn wenn die Zecke keine freie Haut findet, kann sie nicht zustechen. Je heller die Kleidung dann noch ist, desto besser sind die schwarzen Spinnentiere auf ihr erkennbar und können abgelesen werden, bevor sie zustechen. Chemische Duftstoffe, sogenannte Repellents, können zudem dafür sorgen, dass Mücken und Zecken nicht stechen. Da sich Kim Schwammberger auf Live-Rollenspiel-Veranstaltungen manchmal 48 Stunden draußen aufhält, ist ihr auch bewusst, dass sie sich danach gründlich nach Zecken absuchen muss. Und sie hat zusätzlich vorgesorgt und sich gegen FSME impfen lassen: „Zwar habe ich die Rolle einer Heilerin entwickelt, in Sachen Zecken halte ich mich aber doch lieber an die Errungenschaften der heutigen Medizin“, betont Kim Schwammberger. Da es gegen Borreliose-Bakterien, die ebenfalls von Zecken übertragen werden, keine Impfung gibt, ist das Absuchen nach dem Aufenthalt im Freien besonders wichtig.

Zecken – was tun?

Wenn doch einmal eine Zecke entfernt werden muss, dann am besten „hautnah, langsam und kontrolliert“, rät Dr. Polzer. Je nachdem, wie gut der Stechapparat der Zecke ausgebildet ist, wie viele Widerhaken er hat und wie viel Klebstoff die Zecke in die Wunde gegeben hat, kann es auch einmal sein, dass das Entfernen nicht beim ersten Mal klappt. Hilfsmittel wie Zeckenkarte oder Pinzette sind in jeder Apotheke erhältlich und sollten in keinem Erste-Hilfe-Kit fehlen. Wichtig ist, dass die Zecke beim Herausziehen nicht gequetscht wird, um die Übertragung von Flüssigkeiten in die Einstichstelle zu verhindern. Wer sich nicht sicher ist oder nach einigen Tagen um die Einstichstelle Rötungen bemerkt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Mehr über Kim Schwammberger und ihre Leidenschaft erfahren Sie hier: www.leidenschaftnatur.de