Wieder weniger Schulanfänger in Thüringen gegen FSME geimpft

Mit einer Impfung kann der von Zecken übertragenen Infektionskrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) vorgebeugt werden. Doch nur jeder fünfte Schulanfänger in Thüringen ist gegen FSME geimpft. Laut dem Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie ist die FSME-Impfquote aller Thüringer Einschulungskindern zwischen 2007 und 2010 von 13 Prozent zunächst auf 38 Prozent gestiegen. 2014 waren allerdings wieder nur 21 Prozent aller eingeschulten Kinder gegen FSME geimpft.1 Diese Impfquote wird in Thüringen nur bei Erstklässlern erfasst.

Die FSME-Impfquote aller Thüringer Einschulungskinder lag 2014 bei nur 21 Prozent. (Foto: Fotolia -Kitty)

In Thüringen gibt es acht FSME-Risikogebiete: die Städte Jena und Gera, sowie der Saales-Holzland-Kreis, der Saale-Orla-Kreis, die Landkreise Saalfeld Rudolstadt, Hildburghausen und Sonneberg. Neu hinzugekommen ist seit 2015 der Landkreis Greiz.2 In Thüringen wurden im Jahr 2013 sechs Fälle und im Jahr 2014 drei FSME-Fälle gemeldet.5

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung Kindern und Erwachsenen, die in FSME-Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind. Entweder, weil sie dort leben oder sich kurzfristig aufhalten, zum Beispiel im Urlaub. Wer in einem FSME-Gebiet wohnt, hat einen Anspruch auf Kostenübernahme für die Impfung durch die Krankenkassen. 3

Für einen mehrjährigen Impfschutz vor FSME sind drei Impfungen nötig. Die ersten beiden erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte - je nach Impfstoff - nach 5, oder 9 bis 12 Monaten. Danach ist eine erste Auffrischung nach 3 Jahren, anschließend je nach Alter und Impfstoff alle 3 bis 5 Jahre nötig, um einen sicheren Schutz aufrecht zu erhalten.4 Doch auch kurzfristig kann noch ein Impfschutz gegen FSME aufgebaut werden – hier kann der Arzt beraten. Die FSME-Impfung ist in der Regel für Erwachsene und Kinder gut verträglich.

 

Literaturverzeichnis

1) Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen: Zecken-Gefahr in Thüringen. 2015.

2) Epidemiologisches Bulletin: FSME: Risikogebiete in Deutschland, 26. Mai 2015 / Nr. 21, Robert Koch-Institut.

3) Epidemiologisches Bulletin: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, 25. August 2014 / Nr. 34.

4) Leitlinie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1, Stand: September 2012, AWMF-Registernummer : 030/035.

5) Abfrage SurvStat@RKI: FSME-Fälle Deutschland, Thüringen 2013 + 2014. Stand: 15.06.2015.