Zwei neue FSME-Risikogebiete in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen neuen Stadtkreis in Sachsen-Anhalt (Stadtkreis Halle (Saale)) sowie einen neuen Landkreis in Sachsen (Landkreis Nordsachsen) als neue FSME-Risikogebiete ausgewiesen.1 Damit steigt die Zahl der Risikogebiete auf insgesamt 185 an, wodurch deutschlandweit mehr als 46 Prozent aller Kreise betroffen sind. Dass FSME ein wichtiges Thema ist, unterstreichen auch die aktuell 693 FSME-Fallzahlen in 2025.1 Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) handelt es sich um eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die nicht mit Medikamenten heilbar ist und schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Impfen ist der zuverlässigste Schutz vor FSME.

In den Risikogebieten ist die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren erhöht.

STIKO empfiehlt: FSME-Impfung bei Aufenthalt in Risikogebieten

Der Großteil der FSME-Risikogebiete liegt zwar in Süddeutschland, doch in den letzten Jahren kamen immer mehr Gebiete in der Mitte und im Norden Deutschlands hinzu. So gehören mittlerweile auch Teile Thüringens, Sachsens, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts dazu. Zudem befinden sich in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen einzelne Risikogebiete. Das zeigt, FSME-Vorsorge wird in ganz Deutschland immer wichtiger. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen, die in einem FSME-Risikogebiet mit Zecken in Kontakt kommen können, sich gegen FSME impfen zu lassen. Also auch dann, wenn man zum Beispiel einen Ausflug in ein Risikogebiet plant. Wer für die aktuelle Zeckensaison noch einen Impfschutz benötigt, kann mit der sogenannten Schnellimmunisierung innerhalb weniger Wochen einen Impfschutz aufbauen.

Zeckenvorsorge auch in der Stadt wichtig

FSME-Viren werden vor allem durch Zecken übertragen. Die kleinen Blutsauger können überall dort vorkommen, wo es grün ist – häufig in Feldern und Wäldern, aber auch im städtischen Umfeld, wie in Stadtparks, Biergärten oder auf Spielplätzen. Zudem profitieren Zecken vom Klimawandel und sind fast ganzjährig deutschlandweit aktiv.2 Dies könnte eine mögliche Erklärung dafür sein, wieso sich in den letzten Jahren vermehrt die FSME-Risikogebiete nach Nord- und Ostdeutschland ausbreiten.

 

Quellen
1 Robert Koch-Institut (RKI). FSME-Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2026). Epid Bull 2026; 9:3-20
2 Probst J, et al. Ticks Tick Borne Dis. 2023;14(6):102225.